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| Frische musikalische Brise aus dem Freiamt Jazz Tony Renold setzt auf Demokratie und Improvisation - zu hören auf der neuen Quartett-CD Ein Schlagzeuger, der seine Band vor sich her peitscht, ist er nicht. Eher weist er den Mitmusikern sanft den Weg. Ihn interessiert der Prozess des Spielens, weniger das Resultat; je genauer er sich allerdings vorbereite, desto besser könne er seine musikalischen Ideen spielend formulieren. Tony Renold, der Wohler Schlagzeuger, ist künstlerisch durch und durch Demokrat, er will seine Musik im Kollektiv ent- wickeln. Aus Skizzen werden Stücke, sie verändern sich, die Gewichte verschieben sich, aber immer muss Offenheit herrschen, die Improvisation ist für Renold das Wichtigste an der Musik. - Erdig, luftig, lebendig - Seit bald 25 Jahren ist Tony Renold eine Konstante in der Aargauer Musik-szene und darüber hinaus. Er studierte bei Pierre Favre und bei Billy Brooks. Und diese beiden Namen stecken ungefähr das Feld ab, welches Tony Renold pflügt. Favre steht für luftigen Klang, Brooks für erdigen Groove. Renold versucht beides in seinem Spiel zu vereinen. Nach derAusbildung, welche auch Masterclasses mit diversen amerikanischen Schlagzeugern umfasste, stürzte sich Tony Renold in die Szene. Es müssen Dutzende von Projekten, kurz- und langlebigere, gewesen sein, in die er involviert war. Und die musikalische Spannweite ist breit: Einerseits ist er seit Jahren Teil des schweizerischen Quartetts des Komponisten Daniel Schnyder. Schnyders Vorgaben sind streng, diejenigen eines Komponisten eben; die Freiheiten, die er seinen Leuten lässt - unter anderem dem Klavierderwisch Kenny Drew jr., sind begrenzt. Auf der anderen Seite steht das Hausquartett. Vier Individualisten, die sich wöchentlich treffen, um öffentliche Work- shop-Konzerte zu geben: völlig offene Formen, kaum Abmachungen, Musik, die aus dem Augenblick entsteht. Für den Sideman Tony Renold Herausforderungen, die ihn weiterhin lebendig halten. Die eigene Formation; Neu gibt es das Tony Renold Quartet, eine Idee, die Renold schon länger mit sich herumtrug. Letzten Sommer war es so weit. Er engagierte junge Musiker, den Bassisten Patrick Sommer und den Gitarristen Michael Bucher, Leute, die Lust und Zeit hatten, zu proben, nicht einfach schnelle Resultate sehen wollten. Leute auch, die musikalische Verantwortung übernehmen. Als Frontmann ist der Zürcher Trompeter Michael Gassmann dabei, ein Lyriker zwar, der aberm gerne Tempo macht, virtuose Linien spielt und mit seinem präzisen Spiel den Chef von der alleinigen rhythmischen Verantwortung entlastet. Die Stücke stammen alle von Tony Renold. Das Schreiben von Melodien falle ihm leicht, da er seit jeher auch auf dem Schlagzeug eher melodisch als rhythmisch denke. Und neue Ideen sind auch schon da. Vorläufig allerdings, das gehört zu den Aufgaben des Bandleaders, ist Telefonieren angesagt. Tony Renolds Musik beginnt erst auf der Bühne zu leben. Und da kommt nur der hin, der auch als Organisator die Haus- aufgaben macht. Verfasst von Beat Blaser |
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